Während grosse Rüstungsprojekte im VBS oft in jahrelangen Beschaffungsschlaufen und Budgetüberschreitungen feststecken, preschen die Schweizer Schützenvereine vor. Mit der Einführung von Drohnenfliegerkursen analog zu den Jungschützenkursen wird das Milizwissen radikal genutzt, um die Wehrfähigkeit der Schweiz sofort zu steigern.
Die sicherheitspolitische Lage in der Welt lässt keine Zeit für bürokratische Langsamkeit. Unter diesem Druck lancieren die Schweizer Schützen ein Ausbildungsprogramm, das die Lücke zwischen zivilem Know-how und militärischer Notwendigkeit schliesst. Das Ziel: «Eine Waffe bei jedem AdA und eine Drohne in jeder Gruppe» soll nicht erst nach zehn Jahren Evaluation und 5 Jahren Beschaffungszeit, sondern durch die Ausbildung der Miliz von unten nach oben Realität werden.
Effizienz statt Beschaffungs-Debakel
Die Schützenvereine nutzen dabei einen entscheidenden Vorteil: Sie sind bereits da. Die Infrastruktur steht, die Organisationsstruktur für militärische Vorkurse steht und das Sicherheitsbewusstsein aller Akteure ist bewährt. Die Flugzonen zwischen Scheibenhaus und Scheibenstock sind bestehende, ausgewiesene Bereiche die durch die Doppelnutzung aufgewertet werden. «Wir können es uns nicht leisten, auf Beschaffungsprozesse zu warten, die wie so oft aus dem Ruder laufen», heisst es aus Kreisen der Projektverantwortlichen. Während in Bern noch über Lastenhefte diskutiert wird, lernen die Jugendlichen im Schützenhaus bereits, wie man Aufklärungsdrohnen präzise steuert.
«Die Ausbildung durch Schützenvereine ist der schnellste Weg, die Wehrfähigkeit der Schweiz massiv zu erhöhen. Wir nutzen die vorhandene Leidenschaft der Jungen für Technik, um die Armee von morgen schon heute einsatzbereit zu machen.»
Vom Hobby zum strategischen Vorteil
Die Kurse sind weit mehr als Freizeitbeschäftigung; sie sind eine Antwort auf die Defizite in der staatlichen Rüstungsplanung. Durch die dezentrale Ausbildung in den Gemeinden entsteht ein flächendeckendes Reservoir an Drohnenpiloten. Damit beweist das Schützenwesen einmal mehr, dass es der sicherheitspolitische Anker der Schweiz ist – gerade dann, wenn die offizielle Beschaffungspolitik ins Stocken gerät.
Bei den Fluggeräten, handelt es sich um preiswerte FPV-Drohnen. Diese dürfen nach einer Einführungsinformation und einen kurzen Theorietest vor Ort nach Hause mitgenommen werden. Der erste Kurs in der Region startet heute, am 1. April. Interessierte mit Jahrgang 2001 bis 2011 dürfen sich um 18:00 Uhr im Breitfeld (BF3) melden, um eine Drohne auszufassen.
Wer nach 10 Wochen seine Drohne unbeschadet durch einen Hindernissparcour steuern kann, bekommt das A1/A3 Fernpilotenzeugnis kostenlos. Ebenso wird für die Kursdauer die Haftpflichtversicherung in Zusammenhang mit der Drohnenausbildung vom VBS übernommen.