Da hat aber einer seine Hausaufgaben gemacht… Christoph Dürr und sein Stehendanschlag war eher auf Punktverteidigung ausgelegt. Bereits gestern schoss Christoph in der Elimination 198 Ringe stehend. Heute Qualifizierte er sich mit erneuten 593 Punkten für den Final und machte im Stehend sogar noch Plätze gut. Herzliche Gratulation zu Rang 4!
Finalvideo:
Mit starken 593 Punkten hatte sich Dürr als Vierter der Qualifikation für den Final der besten acht Schützen qualifiziert. Im Endkampf erwischte er mit 103.2 Punkten einen soliden Start im Kniendteil. Im Liegendteil verlor der Ostschweizer jedoch an Boden und fiel zwischenzeitlich auf Rang sieben zurück.
Im Stehendteil arbeitete sich Dürr wieder nach vorne und stiess in der Eliminationsphase sogar auf Rang drei vor. In der entscheidenden Phase des Finals lieferte er sich ein Duell mit dem Franzosen Dimitri Dutendas. Vor dem entscheidenden Schuss lag Dürr nur 0.4 Punkte hinter seinem Konkurrenten. Die Entscheidung fiel denkbar knapp: Dutendas schoss eine 10.2, Dürr eine 9.9. Damit schied der Schweizer als Vierter aus dem Final aus, während der Franzose im Rennen um die Medaillen blieb. Mit 336.0 Punkten klassierte sich Dürr schliesslich auf dem vierten Rang. Der Sieg ging an den Norweger Jon-Hermann Hegg mit 360.1 Punkten vor dem Franzosen Lucas Kryzs (359.1) und Dutendas (346.5).
Auch Jan Lochbihler zeigte in der Qualifikation eine starke Leistung. Mit 589 Punkten belegte er Rang 17 und verpasste den Finaleinzug um drei Punkte.
Für Dürr ist es bereits die zweite Finalteilnahme an einem Weltcup in dieser Saison. Bereits in Granada hatte er den Endkampf erreicht und den fünften Platz belegt.
Erkenntnisse aus München
Dürr zog nach dem Wettkampf eine gemischte Bilanz. Mit der Qualifikation und grossen Teilen des Finals zeigte er sich zufrieden: «Über den ganzen Wettkampf gab es viele Sachen, die sehr gut waren.» Besonders positiv wertete er den Stehendteil. Den Grund für die verpasste Medaille ortete der Ostschweizer dagegen im Liegendteil. «Mit 100.9 bin ich dort überhaupt nicht auf dem Niveau, auf dem ich sein sollte», sagte Dürr. Die schwierigen Lichtverhältnisse in der Finalhalle und eine rückblickend falsche optische Einstellung hätten ihn dort entscheidende Punkte gekostet.
Gleichzeitig verwies Dürr auf das aussergewöhnlich hohe Niveau des Wettkampfs. «München ist wieder einmal das ‹Who is Who› des Schiesssports gewesen», sagte er. Auf einer solchen Anlage könne man sich bereits in der Qualifikation praktisch keine Fehler erlauben. Entsprechend gross sei auch der Druck gewesen. Mit Blick auf den hohen Druck zeigte sich Dürr zufrieden damit, wie er den Wettkampf bewältigt habe. Nach zwei Weltcups und der Europameisterschaft freue er sich nun auf eine kurze Pause. Für die zweite Saisonhälfte nehme er vor allem die Erfahrung mit, auch unter hohem Druck die nötige Qualität abrufen zu können. «Es braucht einfach diese extrem hohe Qualität in der Arbeit. Dann wird es mit der Medaille irgendwann auch klappen, wenn es sein soll», sagte Dürr mit einem Schmunzeln.